eiN wORt (oDer mEhR) ÜBer pLaSTik: MenSCheN sINd krANK! (TriP naCH dORtmunD 1)

HaLLo, maL wieDer iCH, sQuisHY, deR herUmreiSendE tINTenFiscH. Diesmal habe ich mit ein paar begleitenden Vertrebraten einen zweieinhalbtägigen Ausflug nach Dortmund gemacht. Das ist aber gar nicht das Thema, denn zuvor hielten wir in Frankfurt, bei einem Fachhändler für Plastik.

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie unsinnig das erst einmal erscheint. Es gibt mehr als genug Plastik. Plastik ist überall und die Menschen produzieren es mit viel Liebe oder zumindest Begeisterung, um es dann zu entsorgen. Schaut man sich in einer Wohnung um, stellt man fest, dass vielleicht 80% der vorhandenen Materialien KEINE Kunststoffe sind, sondern Holz und Metall. Und Stoff. Wobei es ja auch Kleidung und anderes aus Kunststoffen gibt, aber dazu vielleicht später. Aber was soll dann das ganze Plastik? Nun, es kommt in die Wohnung und geht auch gleich wieder, weil es in erster Linie Verpackung ist. Shampoo? Plastikflasche. Käse? Eingeschweißt in Plastik. essen ja so oder so. Manchmal kommt das Essen auch in Plastikverpackungen IN anderen Verpackungen. Die sind manchmal aus Pappe. Aber dann gibt es zum Beispiel diese lustigen Gummibärchentütchen, die man als „Kleinigkeit“ unter den übergewichtigen Kindern verteilt. Dann aber oft gleich drei oder vier davon. Und die sind dann nochmal in einer großen Plastikverpackung drin. Macht das Sinn? Nein – oder nur auf den ersten Blick.

Bleiben wir bei dem Beispiel. Die Blagen futtern drei bis vier Tütchen davon, bevor sie endlich ruhe geben. Es entstehen pro Blag also vier Tütchen Müll. Die Darreichungsform ist also zu klein. Selbst wenn sie in Gebirtstagsmitgabetüten landen, wo man sich denken kann, das verstehe ich, kommen meistens mehrere davon rein. Und so viele wie von dem Zeig verkauft werden, werden sie nicht nur für diese verfluchten Tüten verkauft, in denen zu einem Drittel verzehrbare Süßigkeiten sind, zu einem Drittel die komischen Lakritze, die keiner mag und die als schwammiger Detritus in einer Schublade landen und zum letzten Drittel ein Plastikspielzeug, das nach zweimaligem Gebrauch in zwei skurrile Einzelteile zerfällt, die für eine Weile mit dem schwammigen Detritus verbacken, bevor sie dann als klebriger Blob im Restmüll verklappt werden.

Warum also Plastiktütchen in einer Plastiktüte? Warum nicht zumindest die kleinen Tütchen (ja, Wortwiederholung, mir doch egal) in einer Kartonverpackung liefern, die viel leichter zu recyclen ist? Damit es so aussieht, wie die andere Tüte, in der nicht die kleinen Dinger drin sind. Verpackung ist in diesem Fall Marketingmüll. Das gleiche auch mit diesen neulich verschickten Waschmittelblobs, die sich in der Waschmaschine auflösen. Die selbst sind aus einer Art von Plastik, das sich zwar beim Waschen zersetzt, aber ich will gar nicht wissen in was.  Diese potenziell ekeligen Blobs müssen wasserdicht verpackt werden, also in Plastik. Und damit keiner auf die dumme Idee kommt, sich die Teile in den Rachen zu schieben, statt in die Maschine (ja, das hielten einige Idioten tatsächlich für cool – Dummheit ist für einige tatsächlich cool), kam ein Warnhinweis dazu. Auf (kunststoffbeschichtetem) Papier. Und dann kam der ganze Sumpf in… ein weiteres Plastiktütchen. Am Ende hatte man eine ökologisch hirnverbrannte Matruschkapuppe aus Müll, denn, und das hatten sich die Leute toll überlegt, das war eine Werbeaktion, bei der diese kleinen Dinger zu hunderttausenden an alle Haushalte verteilt wurden.. Toll was? Die Hälfte hat den Mist dann wahrscheinlich gleich weggeworfen. Alle reden über die Umwelt und tun etwas. Dagegen.

Lippenbekenntnisse sind natürlich toll. Die Menschen in Deutschland haben ja den gelben Sack und das wird ja irgendwie verwertet. Mja. Nee. Also, schon mehr als einige das denken, die behaupten, das landet eh alles in der Verbrennung oder einem Geisterschiff auf dem Weg ins Bermudadreieck oder nach China. Lest mal hier ein paar lustige Artikel und denkt über euer Gelber-Sack-Verhalten nach:

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-04/muelltrennung-deutschland-verpackungsmuell-gelber-sack

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-08/gelber-sack-joghurtbecher-muell-recycling

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-08/abfallentsorgung-muell-mythen-plastik-recycling-wegwerfen-muelltonne-irrtuemer

Warum Plastikmüll so ein Mist ist, muss ich kaum wiederholen. Also nur in Stichpunkten:

  • Müll wird verbrannt, das produziert neben Strom vor allem Abgase. Klima kaputt.
  • Müll landet im Meer, beliebt auch in Kleinstpartikeln. Fisch frisst Müll, Tintenfisch frisst Fisch und hat dann den blöden Plastikkram im äh Kopf. Passiert euch aber auch. Denkt daran, wenn ihr eure Fischstäbchen verdaut.
  • Müll muss vorher auch erstmal hergestellt werden, was auch nicht rückstandsfrei geht.

Wenn ihr Menschen mal nicht an euch, sondern eure Brut denkt, dann überlegt euch, was ihr da tut, während ihr das Kondom von der  Biogurke abzieht: Diese Plastikfolie wird in Teilen das Leben eurer Nachkommen versauen, wenn sie am Nordseestrand von Hannover ihre Malaria auskurieren, die sie sich neulich im Garten in Castrop-Rauxel eingefangen haben. Oder denkt kurzfristig, wenn ihr ihnen morgen mit ihren Fischstäbchen euren Plastikmüll von gestern zu fressen gebt. Denn dafür habt ihr ja Nachwuchs in die Welt gesetzt: Um ihn krank zu machen, zu verbrennen und zu vergiften.

Als Tintenfisch kann ich nur sagen: Menschen sind krank.

 

(In Teil 2 dann dazu, was das mit dem Plastikfachhändler in Frankfurt zu tun hat… Bis dahin: ein fröhliches HaLLo!)

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