sQuisHY nOBonEs eKLäRt deN SinN deS LebeNs

Beitrag als Podcast:

Für lesefaule Individuen!

Audiokommentar Juni 2020:

Man befasst sich natürlich gerne mal mit solchen Themen und macht sich weitere Gedanken – insbesondere, wenn man das eine oder andere Gehirn übrig hat…


hAllO, iCh biN eS eNDliCh mAl wiEder, sQuisHy, dEr sINNlosE tINteNfISch. Warum sinnlos, dazu müsst ihr bis zum Ende lesen…

Eigentlich versuche ich seit Tagen etwas zum Thema Nazis zu schreiben aber die Dummheit dieser Menschen ist so grenzenlos, dass sie höchstens von den Trotteln übertroffen werden, die ihnen hinterhertraben und den Schrott glauben, den sie verzapfen. Da muss ich vor Aufregung immer tinten. Also habe ich mich entschlossen, erst einmal ein deutlich einfacheres Thema anzugehen, den Sinn des Lebens.

Kurz und knapp: Es gibt keinen.

Danke für die Aufmerksamkeit. Jetzt versteht ihr meine Eingangsaussage. Tschüß und Hallo!

Na gut, ein paar von euch geben sich damit nicht zufrieden. Also, für die kritischen Denker unter euch: Wie komme ich also auf diese bescheuerte Idee? Gehen wir das Problem mal von zwei Richtungen an, einer individuellen, einer kosmologischen.

Wir werden geboren, wir leben, wir sterben. Was kam davor, was kommt danach, welche Relevanz hat unser Tun für das, was danach kommt? Nun, keine. Es kommt nichts danach. Es gibt eine Menge Ansätze unter den Menschen, sich um diese grundlegende Tatsache herumzudrücken. Das geht dann wieder in Richtung Religion. Die Argumentation ist einfach die: Nach dem Leben geht es irgendwie weiter. Man kommt in den „Himmel“ (eine Art wolkiger Happyplace mit Harfenmusik, wenn man den Regeln gefolgt ist) oder in die „Hölle“ (ewige Verdammnis, Folter und Schmerz, wenn man das nicht getan hat). Das ist die christliche Variante von Drohungen für Kinder. Wenn du noch einmal mit einem Brief von der Schule nachhause kommst, ist der Fernseher gestrichen. Dabei wissen alle, dass die Eltern niemals das Fernsehen streichen würden, denn dann müssten sie sich ja mit ihren Kackbratzen auseinandersetzen. Also, wenn du einen Apfel klaust, kommst du in ein dich bis ans Ende aller Tage verbrennendes Feuer. Verhältnismäßg? Naja. Aber es ist auch nicht ganz so einfach. Für Details, siehe Dantes Inferno. (Könnte auch ein Kochbuch sein, nachprüfen tut das kaum einer, wer liest schon eine dicke Schwarte mittelalterlicher, italienischer Gesänge.)

Beliebt ist auch das Modell Wiedergeburt, bevorzugt von asiatischen Religionen und westeuropäischen Impfgegnern. Benimm dich gut in diesem Leben und du bekommst ein neues als Tintenfisch (Yay!) Benimmst du dich nicht, wirst du als, keine Ahnung, Nacktschnecke wiedergeboren. Auch hier wieder die Sache mit der Drohung. Pädagogik ist nicht so die Sache der Religionen. Alles funktioniert nur über Drohungen, damit sich die Leute an die Regeln halten. Man überzeugt sie nicht mit Argumenten, sondern, indem man ihnen Schicksale androht, die schlimmer als der Tod erscheinen.

Also, die Menschen versuchen sich an der unausweichlichen Tatsache ihres endgültigen Ablebens vorbeizulügen. Seit Jahrtausenden haben sie Angst davor, dass nach dem Tod alles einfach vorbei ist. Das liegt vor allem daran, dass sie sich so endlos wichtig nehmen. Die Menschen sollten sich damit zufrieden geben, dass sie nach ihrem Tod verwesen und als Dünger für Bäume und Gräser, für Pflanzen, die wichtigsten Lebensspender des Planeten dienen und so deutlich mehr für das Wohl des Planeten beitragen als zu Lebzeiten. Besser die Sauerstoffproduktion zu begünstigen, als faul auf dem Sofa zu sitzen, Fußball zu gucken und den Sauerstoff zu veratmen. Am besten man furzt dabei noch etwas Methan in die Atmosphäre. Super.

Die meisten Menschen werden geboren, leben, sterben und werden nach zwei Generationen vergessen. Mit Tintenfischen ist das nicht anders, obwohl wir uns durch unsere überragende Gehirnleistung auch an die Geschichten aus länger vorangegangen Generationen erinnern. Meine Ururururururururururururgroßtante Inkonia III hat mal versucht eine Kokosnussachterbahn in der südlichen Adria zu etablieren. Eine prima Idee, wenn man davon absieht, dass es in der Adria keine Kokospalmen gibt. Die Menschen haben mit diesem Vergessen ein großes Problem, das auf ihrer grenzenlosen Egozentrizität beruht. Da sich ihr ganzes Bewusstsein nur um sie selbst dreht, nehmen sie sich als Zentrum ihres eigenen Universums wahr. Und da Menschen oft reichlich beschränkt sind, bedeutet das, dass sie sich selbst unbewusst als Mittelpunkt des ganzen Universums und nicht nur ihrer eigenen, mickrigen Existenz wahrnehmen. Da liegt es nahe, dass sie sich nicht damit abfinden können, dass sie tot nützlicher sind als lebendig.

Sie flüchten sich also in Religion und denken dann, alles würde gut werden. Wird es natürlich nicht. Ihr werdet geboren, ihr lebt, ihr sterbt, ihr werdet vergessen. Eure selbstbetrügerische Hoffnung auf ein Leben danach ändert nichts daran, dass ihr in der Regel auf lange Sicht keine Spuren in der Geschichte eurer Spezies hinterlassen werdet. Was ihr damit machen könnt, dazu später.

(Wenn jetzt jemand sagt, ich könne aber Unrecht haben und die Religionen recht, dann verweise ich auf einen späteren Artikel.)

Die Menschen als Spezies existieren im Vergleich zur Erdgeschichte erst seit sehr, sehr kurzer Zeit. In 4,5 Milliarden Jahren hat es die Erde von einem glühenden Ball aus heißer Materie zum iPhone geschafft. In einigen Milliarden Jahren, wenn die Sonne ihren Brennstoff verbraucht hat, wird sie sich aufbäumen und aufblähen wie ein Bauch nach dem Kohleintopf und wird die Erde in einem flammenden Inferno verschlingen. Alles, was ihr seid, alles, was ihr bis dahin auf diesem Planeten angerichtet habt, wird verschwinden. Menschen wird es bis dahin so oder so nicht mehr geben, denn die Evolution ist im Vergleich zu diesen Zeiträumen rasend schnell. Alles an Geschichte, was euch heute so wichtig erscheint – das Römische Reich, Napoleon, Hitler, all das wird vernichtet, verschwinden, vergessen. Das soll jetzt nicht heißen, irgendetwas davon sei für uns nicht mehr als ein Vogelschiss. Das soll heißen, jeder von euch ist weniger als eine Zwergameise. Für die hätte auch selbst ein Vogelschiss existenzielle, fatale Auswirkungen.

Der zweite Ansatz ist der kosmologische. Das Universum ist groß. Verdammt groß. Die am weitesten entfernten Objekte am Himmel, die man mit dem Hubble Extreme Deep Field beobachtet hat, liegen 13,2 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt. Da waren sie aber eben vor 13,2 Milliarden Jahren. Rechnet man die Ausdehnungsrate des Universums hinzu, hat das beobachtbare Universum einen Durchmesser von 858.493.000.000.000.000.000.000.000 Metern. Damit bräuchte man 1.716.985.900.800.000.000.000.000.000 Oktopoden, die sich an den Tentakeln festhalten, um das Universum zum durchspannen, wobei ich hier die durchschnittliche Größe eines gemeinen Oktopus von ca. 0,5m zugrunde lege. Wenn euch Zweibeinern das zu abstrakt sind: Das Universum ist 476.940.528.000.000.000.000.000.000 durchschnittliche Idioten von 1,80m Körperlänge groß, die man aneinandergelegt hat. 477 Quadrillionen Menschen oder eben 1,7 Quadrilliarden Oktopoden!

Die aktuelle Weltbevölkerung rast gerade auf atemberaubende 8 Milliarden Menschen zu. Das wären 0,000000000000008 Quadrillionen. Im Vergleich zu den Personen, die man bräuchte, um das Universum zu „bespannen“, ist das eine so mickrige Menge, dass daran höchstens noch Anhänger der Homöopathie interessiert wären. Rein mengenmäßig geht die Menschheit im Vergleich zum Universum eher gegen null.

Was das Universum und all die Galaxiecluster, Sternhaufen und Planeten angeht, die sich darin verstecken, ist ein einzelner Mensch, die Menschheit, der gesamte Planet, alles vollkommen irrelevant.

Was also soll der größere Sinn hinter eurer Existenz sein? Ihr seid egal. Ich auch, aber ich weiß das. Es gäbe nur einen Sinn, wenn wir oder ihr zu irgendeinem Zweck entstanden wäret, wenn also eine Intention dahinterstecken würde, dass die Erde und die Menschheit existiert, wenn es eine sinngebende Institution gäbe. Gibt es aber nicht. Wir sind durch Zufall entstanden. Unwahrscheinlich? Oh ja. Unmöglich? Natürlich nicht. Ein Lottogewinn ist auch unwahrscheinlich, aber irgendwann klappt auch das mal irgendwo. Das Universum ist so groß, dass so etwas wie die Erde mit ihren ganzen bunten Daseinsformen beinahe zwangsläufig hat irgendwann und -wo mal passieren müssen. Glück gehabt.

Und das ist eigentlich das Wunderschöne dabei. Wir haben ein annähernd unendliches Glück gehabt, dass wir hier und jetzt und so existieren, wie wir sind. Menschen, Tintenfische und Mollusken, Geranien, E. coli und Fliegenpilze. Machen wir das Beste draus!

Egal, wie groß das Universum ist, wie unbedeutend wir sind, wir existieren, wir leben. Und niemand sagt, dass wir die Zeit, die uns vom Glück geschenkt wurde, nicht genießen sollten. Im Gegenteil, eine zweite Chance auf ein schönes Leben bekommen wir nicht.

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