HubScHRaPP-scHrApp-sCHraPp! AnGriFf dEr HeLikOpteRelterN!

HaLLo, eS isT schOn wiEDer SqUiShy, dEr frÖHlicHe, beLEhrenDe TintenFisCH. Und? Sonst so? Wie ist’s Wetter so? Och ja, soll Regen geben? Schnee? Sturm? Ihr Menschen seid ja so schrecklich wetterabhängig. Sonne scheint? Zu trocken. Regen? Zu nass. Schnee? Muss man ja schippen. Frost? Zu kalt. Alles abwechselnd, um es euch Meckerpötten mal Recht zu machen? Auch nicht richtig. Dass man in eurem Deutschland am liebsten jammert, nölt, jault, flennt oder sich überlegt, wo man eine Demo für besseres Wetter anmeldet, ist ja bekannt. Wetterwutbürger. Notfalls war es die Regierung mit HAARP oder Chemtrails. Dauerregen hat allerdings noch immer die wenigsten Fans und müsste eigentlich eine einigende Wirkung haben. Deutschland vereint im Wettermeckern.

Hat Vorteile, wenn man eigentlich auch bei heftigem Regen durch die Gegend schwimmen könnte, wie ich. Mache ich aber nicht, wegen der Autos. Davon gibt es so oder so zu viele und sie fahren auch noch alle miteinander durch die Gegend. Mein menschlicher Mitbewohner kreist auch ständig unter diesem oder jenem Vorwand durch die Botanik. (Wie er das mit seinem Gewissen vereinbart, weiß ich nicht.) Liegt diese Masse an Automobilen an eben jenem Regen, den ich gerade erwähnte? Bei der Schädlichkeit, die Wasser auf eure fragilen Körper offenbar haben muss, kann man ja verstehen, wenn zum Beispiel die ausgewachsenen menschlichen Exemplare ihre wertvollen und nässeempfindlichen Abkömmlinge mit ihren stählernen Schlachtschiffen die 500 m von der Haustür nach Möglichkeit bis in das Atrium ihrer allgemeinbildenden Institutionen karren.

Schlachtschiff, massiv aufgewertet durch Oktopus

Wie bitte? Menschen sind schon ab dem Welpenalter wasserfest? Sie lösen sich gar nicht auf? Oh, gut! Damit muss man sich zwar nicht mehr mit der Frage herumschlagen, warum die Eltern ihre Brut auch bei bestem Sonnenschein über die ganze Strecke chauffieren. Leider bleibt vielmehr die viel größere Frage, warum sie es nicht nur irrigerweise bei Regen, sondern ständig tun.

Man kann eine Menge beobachten, wenn man mal in der Nähe von Schulen herumlungert. Männliche Menschen, zumindest erwachsene, werden immer etwas misstrauisch beäugt, wenn sie das tun (aus leider gutem Grund), aber als Tintenfisch hat man natürlich eine gewisse Narrenfreiheit. Allerdings beobachte ich nicht nur die Menschenwelpen, sondern gerne die ausgewachsenen Elternwesen. Und ich muss immer wieder feststellen, dass da von ihnen gerade eine ganze Generation verwöhnter, unselbständiger und egoistischer Hohlbratzen herangezüchtet wird – und das durch die Bank.

Seht euch mal an, wie man im Tierreich mit seinem Nachwuchs umgeht. Nebenbei: Ich finde die Bezeichnung „Tierreich“ eigentlich etwas irritierend, weil die Menschen immer so tun, als gehörten sie nicht dazu. Das ist natürlich Unsinn. Wer nicht zum Tierreich gehört, das sind Pflanzen, Pilze, Bakterien und Archaeen (Kennt ihr nicht? Schlagt es nach. Hab ich auch gerade gemacht…) Die Frage ist, ob man als Spezies in einem Atemzug mit Pilzen und Bakterien genannt werden oder lieber einfach zu den Tieren gehören möchte. Andererseits hat der Mensch inzwischen deutlich mehr Schaden am Leben auf diesem Planeten angerichtet als der tödlichste Bazillus.

Also, schauen wir mal ins Tierreich: Wie gehen andere Spezies mit ihrem Nachwuchs um? Da gibt s tatsächlich massive Unterschiede. Nicht wenige Spezies haben ja den Ansatz, dass sie auf Masse Nachkommen produzieren, um am Ende zu gucken, wie viele davon durchkommen. Tintenfische machen das so. Und siehe da: Nur die besten überleben.

Ich zum Beispiel.

Dieses Reptil war bei meinen Forschungen unkooperativ!

Oder die meisten Fische und einige Reptilien. Loch graben, Eier rein, zukippen, weglaufen, egal. Andere Viecher habe ein kleineres Gelege und das bewachen sie akribisch, weil die Nachkommenschaft am Anfang nicht in der Lage ist, vor Fressfeinden zu flüchten oder sonstwie zu überleben. Dann kamen die Säugetiere, die in manchen Fällen beide Systeme miteinander kombinierten: Der Nachwuchs wird zwar geschützt und verteidigt, zum Teil mit Klauen und Zähnen, aber er ist einigermaßen mobil und selbstständig und kann im Fall der Fälle mit Mama und Papa flüchten. Das Prinzip ist so einfach wie genial. Die Weibchen ziehen einen vollen, autarken Organismus in ihrem Bauch heran, der wenige Minuten nach der Geburt schon mobil durch die Botanik hüpft. Vor allem die Beutetiere tun das. Giraffen, Pferde, Kühe, alles, was groß ist und schnell abhauen muss, wenn Wölfe, Löwen oder Menschen kommen. Die Beutegreifer können es sich leisten ein paar mehr, weniger selbstständige Exemplare zur Welt zu bringen. Aber auch die trappeln schon nach kurzer Zeit ihren Elternwesen hinterher.

Und dann ist da eben noch der Mensch. So, wie eure komische Spezies gerade auf den Turbo mit der radikalen Umwandlung des Planeten in eine für ihn selbst unbewohnbare Wüste gedrückt hat, hatte er das schon früh mit seiner evolutionären Entwicklung getan. Die Bäume waren nicht gut genug, es musste unbedingt der Boden und dazu noch ein aufrechter Gang sein. Und das möglichst schnell, koste es, was es wolle. Was hat es gekostet? Nicht alles, aber einige Teile der menschlichen Anatomie sind so fehlerhaft und anfällig wie ein neu erschienenes Windows. Was meint ihr wohl, warum ihr so schnell Rückenschmerzen und kaputte Bandscheiben habt? Das ist schlampige Evolution! Oder an die Kreationisten: Fragt bitte bei eurer Ankunft im Himmel einmal nach, warum euer Rücken so anfällig ist. Gottes Plan? Sein Plan war es, am Sonntag einen Gammeltag einzulegen, da musste der Mensch schnell an einem Tag zusammengeschustert werden – mit gebrauchten Teilen von anderen Tieren, wie Weisheitszähnen, die einfach überflüssig und höchstens lästig und schmerzhaft sind, oder diesem dämlichen Wurmfortsatz (fälschlicherweise Blinddarm genannt), der für manche Tiere super nützlich ist, während er für den Menschen nur eine Funktion hat: sich entzünden und dann rausoperiert zu werden. Oder eben mit dem unteren Rücken, der so gar nicht auf den aufrechten Gang angepasst scheint. Warum hat sich Gott da nicht noch einen Tag mehr Zeit genommen, um dann vielleicht ein verlängertes Wochenende zu nehmen? Was hinderte ihn, den nächsten Montag UND Dienstag zu faulenzen, dafür aber die Konstruktion Mensch etwas gründlicher auszuführen (vielleicht auch mit ein paar mehr Gehirnen – etwas mehr Intelligenz hätte uns allen heute einige Probleme erspart)? Tut mir leid, wer tatsächlich behauptet, Evolution wäre Unsinn, muss dummerweise auch zugeben, dass Gott geschlampt hat.

Wirbelsäulen – werde nie verstehen, was ihr an denen toll findet

Eines der problematischsten Ergebnisse der menschlichen Evolution und des aufrechten Gangs ist nicht nur der Rücken, sondern auch, dass sich die Beckenknochen anpassen mussten. Aufrechter Gang erforderte eine andere Beckenform mit einem leider schmaleren Geburtskanal. Rein praktisch gesehen ist er jetzt zu schmal, um voll entwickelte Wesen hervorzubringen. Na gut, dann schmeißt ihr die halt früher raus! Ja, eure Babies sind physiologische, konstruktionsbedingte Frühgeburten. Sogar die, die sich mal ein bis zwei Wochen verspäten. Damit habt ihr das Problem, dass die ganzen Errungenschaften der Säugerevolution komplett umgekehrt wurden: Was da bei der Geburt herauskommt ist für viele Monate alleine komplett lebensunfähig. Monate! Der Effekt ist, dass die Damen und Herren ihre Brut über einen so langen Zeitraum mit Gusto schützen müssen, dass sie es sich, sobald der Nachwuchs auf eigenen Füßen stehen kann, kaum mehr abgewöhnen können. Eigentlich schon im Kindergarten, spätestens aber in der Schule angekommen, sollten Eltern ihren Kindern beibringen, sich auch mal selbst um sich zu kümmern. Tatsächlich kümmern sich die Eltern um alles, schützen ihre Brut vor jeder Art von schädlichem Einfluss und vermeiden alles, das den Kleinen irgendwie beibringen könnte, wie das wirkliche Leben wirklich ist.

Eigentlich hätte man den Eindruck, eine Schule sollte nach Beginn des Unterrichts einer Festung gleichen: Keiner kommt rein, keiner kommt raus. Da hat ja auch keiner was zu suchen, von Schülern und Lehrern mal abgesehen. Irgendwelche unkontrolliert herumflitzenden Eltern haben da nichts verloren. Sollte man meinen. Und doch: Luca-Aurelio hat Bauchweh! Statt das auszusitzen, macht Luca-Aurelio einmal Mimimi und Mama flitzt schon, um das Höllenqualen leidende Kind abzuholen. Katharina Henriette Auguste hat ihren Sportbeutel vergessen? Statt sie die Lektion zu lehren dann halt im Unterricht daneben zu sitzen und nicht mitmachen zu dürfen, setzen Mama und Papa alles in Bewegung, um diesen bösen, bösen Sportbeutel noch irgendwie rechtzeitig in die Schule zu bekommen – notfalls mit einem Taxiunternehmen. Kevin und Giulio haben kein Plakat für das Referat? Ihnen droht eine Sechs in Geschichte? Das ist eine kleine Teilnote im Rädchen des Ganzen, die vielleicht die Zeugniszensur von Drei auf Vier herabsenken würde, was auf einem Zeugnis in Klasse sieben den gleichen Effekt auf den Schulabschluss in ein paar Jahren hätte wie der sprichwörtliche Sack Reis… [obwohl, je nachdem wessen Sack das ist und wie viele Säcke er hat oder ob das schon das zehnte Mal ist, dass der wertvolle Reis ausgekippt ist und deswegen der Job auf der Kippe steht, kann der Reis fatal sein – nicht alle Säcke sind gleich!] … also gar keinen. Konsequenz? Eigentlich sollte man Kevin und Giulio mal damit ordentlich gegen die Wand fahren und die Sechs schlucken lassen, damit sie merken, dass man sich mal selbst um seinen Scheiß kümmern und darauf achtgeben sollte. Die harte Schule des Lebens, die ihnen aber ja nicht ihr Leben und ihre spätere Karriere versaut. Im Gegenteil: Nächstes Mal sind sie sicherheitshalber aufmerksamer und denken mit größerer Wahrscheinlichkeit dran, ihren Kram einzupacken. Man sollte meinen, Eltern hätten ein Interesse daran, dass ihre Kinder solche Lektionen lernen. Stattdessen wird das Taxiunternehmen Opa engagiert, das sich im Opel Mokka dann ins uneingeschränkte Halteverbot der schulischen Feuerwehreinfahrt pflanzt, um zusammen mit zwanzig anderen ins Gebäude einzufliegen wie in einen Bienenstock, und die Inkompetenz ihrer Blagen zu kompensieren. Lerneffekt: Alles, was ich verbocke, wird von Mama und Papa schon irgendwie korrigiert.

Genau so sind die Lehrer inzwischen nicht mehr die Partner der Eltern beim Projekt Kindeserziehung, sondern der böse Feind, der Schuld daran ist, wenn Cheyenne-Rhianna Berg oder Friedrich Wilhelm Anton Schröter II (F. W. A. Schröter I ist sein kleiner Bruder, und zwar aus Gründen!) mit tränengeröteten Augen heimkommen (oder in den Mama-Shuttle, einen gemütlichen SUV [man weiß ja nie, wann man mal eine Walrossfamilie transportieren muss {ich sollte aufhören so verschachtelte Klammern zu setzen}] steigen, der aus den gleichen bescheuerten Gründen seit einer halben Stunde schon wieder in der Feuerwehreinfahrt herumlümmelt), weil Frau Arkeley-Grundmann ihm/ihr das Handy während der Mathearbeit weggenommen oder Herr Krapp auf das krude Geschmiere in Kunst noch eine Drei gegeben hat. Konntet ihr dem Satz folgen? Nein? Lest ihn einmal ohne Klammern, das hilft. Wie dem auch sei: Früher waren Elternsprechtage konstruktive Treffen, um die Erziehung und Bildung der Kleinen auf eine gemeinsame Basis zu stellen. Heute werden sie für die Lehrer immer häufiger zu Rechtfertigungsorgien, in denen deutlich gemacht werden muss, warum in den Sprachen so viel Wert aufs Sprechen gelegt wird („Seit wann ist Deutsch/Englisch/Spanisch/Französisch eigentlich auch zu so einem Laberfach verkommen?“) oder warum man in Mathe überhaupt rechnen lernen soll („Jedes Handy hat doch einen Taschenrechner!“), was so komplizierte Themen wie Immunbiologie auf dem Lehrplan zu suchen haben („Impfen verursacht Autismus!„) oder allgemein Geschichte („BRD-GmbH!“), Erdkunde („Flache Erde!“) oder Musik („Mark Forster ist toll!“). Im Notfall verklagt man einfach die Schule und hofft, dass es allen Beteiligten zu blöd ist und man aus Bequemlichkeit die Note heraufsetzt. Es ist tatsächlich so, dass manchmal zu Elternsprechtagen schon die Anwälte der Eltern mitgekommen sind oder dass über vollkommen unwichtige Teilnoten langwierige Rechtsstreitigkeiten ausgefochten wurden. Der Sinn dahinter? Die irrige Annahme, dass man seinen Nachwuchs vor allem beschützen muss, was denen irgendwie unangenehm erscheint. Das Ergebnis? Ein Problem.

Die Menschen leben in Zeiten, in denen gut betuchte Eltern ihren Grundschulkindern Fortnite-, Among Us oder was auch immer gerade für ein Spiel in ist -Coaches an die Seite stellen, damit diese in einem Online Spiel mit schlechten Bräuchen und ebenso schlechter Grafik ihre Mitschüler verschnetzeln können, nur, damit sie in der Klassengemeinschaft die großen Supermacker sind, denen jeder mal seinen Anspitzer leihen möchte. Ihr lebt in einer Gesellschaft, in denen Eltern ihre Kinder nicht mit einem Butterbrot aus dem Haus, sondern mit einer Apfeltarte bis in den Klassenraum hinein begleiten, nur um der höflich lächelnden, innerlich schon lange toten Lehrerin mitzuteilen, dass Amelie-Carlotta heute drei Rosinen weniger in ihrem Naturjod S11 Müsli gegessen hatte und dass die arme Dame bitte auf mögliche Anzeichen einer Unterzuckerung zu achten hat (obwohl Amelie-Carlotta gar kein Diabetes hat, aber wer weiß, was das alles bedeuten könnte). Wo vor fünfunddreißig Jahren noch Kinder ausgegrenzt wurden, weil sie statt der 40 DM (das ist eine archaische Währung) Nike-Schuhe die 35 DM Adidas-Schuhe trugen (und sich daher irgendein hirnloses Gefasel von „Asidas“ anhören mussten) oder schlimmer noch die Deichmann-Marke Victory, so ist das gleiche heute der Fall, wenn statt des 899 Euro iPhone das 799 Euro Samsung oder schlimmer noch ein 559 Euro Huawei Handy in der Hosentasche die kindlichen Hoden verstrahlt. Nein, mit Inflation hat das wenig zu tun, zumindest nicht, was den Geldmarkt angeht…

Ich weiß, ihr wollt für eure Kinder nur das Beste. Das gebt ihr ihnen aber nicht, indem ihr ihnen alles in den Allerwertesten blast und ihnen ihren Kack hinterhertragt. Im Gegenteil. Ihr macht sie zu verwöhnten, arroganten, egoistischen, unselbständigen und verblödeten Kackbratzen. Wer allen Schaden von seinem Kind abwendet und es nie die wirkliche Realität spüren lässt, der sorgt dafür, dass es sich mit 25 noch von Mama aus dem fünften Praktikum abholen lässt, weil es sich in die Hose gemacht hat, nachdem der Abteilungsleiter ihn freundlich darauf hingewiesen hat, er solle beim nächsten Mal bitte doppelseitig kopieren. Die verhätschelten Hohlfrüchte von heute sind die Ärzte und Anwälte, Lehrer und Logistiker, Polizisten und Politiker von morgen. Reicht das noch nicht, euch Angst zu machen? Dann bedenkt das hier: Eure Kinder sind eure Zukunft. Irgendwann, liebe Eltern seid ihr alt und müsst von A nach B gefahren werden, müsst versorgt werden. Wie bitteschön sollen sie euch euren pflegebedürftigen Hintern abputzen, wenn ihr ihnen nie beigebracht habt, sich selbst den Arsch abzuwischen?

Nachwort: Eigentlich sollte das hier ein kurzer Text über die drei verschiedenen Arten der Helikopter-Eltern werden. Allerdings wurde der Text an sich immer länger, sodass ich beschlossen habe, aus der Elterngeschichte eine eigenständige, kurze Serie zu machen. Also: Die Artikel dieser Reihe:

  1. HubScHRaPP-scHrApp-sCHraPp! AnGriFf dEr HeLikOpteRelterN!
  2. HeliKopteReLtern I: Sandy und Ronny Dunning-Kruger
  3. HeLikoPterelTerN II: Spaß mit hangewalktem Naturfilz
  4. hEliKOpterElterN III: Hygge! Hygge! Hygge!
  5. HeLikOpteRelterN IV: [noch ohne Titel]

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